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Selbstständigkeit in der Gastronomie – Basics

Der Beginn einer Selbstständigkeit in der Gastronomie ist ein großer Schritt, der mit ausreichend Wissen, harter Arbeit und ein wenig Glück zu einem dauerhaft erfolgreichen Geschäft führen kann. Damit das funktioniert, sollte der Gründer von Beginn an gewisse Basics kennen und beachten. Was ist hierbei wichtig?

Adobe Stock, © Mitch Shark (#98490470)

Eine sinnvolle und aussichtsreiche Idee

Am Anfang eines erfolgreichen Gastronomie-Projektes steht häufig eine gute Idee. Diese kann entweder sehr einfach sein und sich ausschließlich auf das Konzept der Getränke und Speisen beziehen.
Oftmals ist eine solche Idee nicht vollumfänglich neu, sondern greift bereits Bestehendes auf. Alternativ besteht die Möglichkeit, mit einem innovativen Einfall die Türen zum Erfolg zu öffnen und womöglich eine Nische zu finden. Diese kann sich unter anderem beziehen auf:

  • die Art und Weise der Zubereitung bzw. Zusammenstellung der Speisen,
  • bestimmte individuelle Essgewohnheiten,
  • ein Liefer- oder Bestellkonzept
  • sowie weitere Aspekte wie das Thema Nachhaltigkeit.

Bestimmte Essgewohnheiten, die eine gute Grundlage für eine Konzept-Idee in der Gastronomie sein können, sind zum Beispiel eine vegetarische Ernährung sowie eine vegane oder pescetarische Lebensweise.

Innovative Liefer- und Bestellkonzepte basieren vor allem auf moderner Technologie. Das Thema Nachhaltigkeit kann auf verschiedene Weisen in die Gastro-Idee einfließen. Unter anderem spielen dabei die Zutaten sowie nachhaltige Verpackungen eine wichtige Rolle.

Die richtige Location

Nicht weniger wichtig als eine gute Idee, die später zum Konzept ausgebaut wird, ist die richtige Location. Auch hierbei sind mehrere Faktoren zu beachten:

  • die Erreichbarkeit,
  • die Konkurrenz in der direkten Umgebung
  • sowie die Optik und die Einrichtung.

Erreichbarkeit und Konkurrenz
Für eine gute Erreichbarkeit sollte das Restaurant nicht zu weit entfernt von einer Stadt oder einem Dorf liegen. Allerdings kann ein wenig Natur um die Location herum für eine gewisse Idylle sorgen, die einige Gäste sicherlich zu schätzen wissen.
Zudem sollte der Gründer einen Blick auf die Konkurrenz in der Umgebung haben. Wenn es bereits ähnliche oder nahezu gleiche Lokale in der Nähe gibt, kann dies die Umsätze schmälern. Daher ist es sinnvoll, auf eine Location zu setzen, bei der der Gastronomiebetrieb ein gewisses Alleinstellungsmerkmal hat. Insofern hängen die Ideen- und Location-Findung eng zusammen.

Äußere Optik und Einrichtung
Zusätzlich sollte die Optik der Immobilie, in der der Gastronomiebetrieb ansässig sein soll, ansprechend sein. Dies gilt sowohl von innen als auch von außen. Wenn die Immobilie äußerlich ansprechend wirkt, hat dies zur Folge, dass sie potenzielle Gäste, die zufällig in der Nähe sind, anzieht.
Im Inneren sollte die Location so gestaltet sein, dass die Gäste sich wohlfühlen. Im besten Falle hat die Einrichtung sinnvolle Bezüge zur Idee bzw. dem Gesamtkonzept. Gleiches gilt für die Gestaltung des Außenbereiches um den Gastronomiebetrieb herum, vor allem dann, wenn hier im Sommer Gäste Platz finden sollen. Bei alledem müssen die jeweiligen gesetzlichen Vorgaben berücksichtigt werden.

Bürokratie und Absicherungen

Weitere wichtige Aspekte sind die Themenbereiche Bürokratie und Absicherungen. Hier sollten Gründer in der Gastronomie von Anfang an genau und detailliert planen und handeln, um spätere Probleme oder monetäre Einbußen zu vermeiden.

Wichtige Anmeldungen und Genehmigungen
Zunächst sind die Anmeldungen beim Finanzamt und Gewerbeamt zentral. Bei Letzterem gibt es für Gastronomen eine Besonderheit: Die alleinige Mitteilung der Aufnahme der Selbstständigkeit reicht nicht aus.

Adobe Stock, © Stockfotos-MG (#115203553)

Vielmehr benötigt der Betrieb eine Gaststättenkonzession, die im Rahmen der Gewerbeanmeldung beantragt wird. Hierfür braucht der angehende Gastronom neben dem Pachtvertrag und einigen weiteren Dokumenten einen Nachweis einer Handelskammer über die Teilnahme an einer Gaststättenunterrichtung oder einer vergleichbaren Qualifikation.

Zusätzlich sollte sich der Selbstständige bereits vor der Gründung Gedanken über die Rechtsform machen. Vor allem eine Einzelunternehmung oder eine GbR sind für Gastronomiebetriebe üblich. Für die finale Entscheidung sollte in jedem Fall ein Steuerberater hinzugezogen werden. Dies gilt nicht nur für die Wahl der Rechtsform, sondern für den gesamten Gründungsprozess sowie den laufenden Betrieb.

Zentrale Absicherungen
Darüber hinaus spielen Versicherungen eine wichtige Rolle. Für den Betrieb sind unter anderem von Bedeutung:

  • eine Betriebshaftpflichtversicherung,
  • eine Rechtsschutzversicherung,
  • eine Geschäftsinhaltsversicherung
  • sowie eine Elektronikversicherung, sofern sich im Betrieb hochwertige und teure elektronische Geräte befinden.

Eine Betriebshaftpflichtversicherung ist relevant, um durch möglich Schäden, die zum Beispiel einem Gast entstehen, keine hohen finanziellen Einbußen hinnehmen zu müssen. Die Rechtsschutzversicherung wiederum kann bei Streitigkeiten mit dem Vermieter oder mit einem Lieferanten, die zu einem Gerichtsprozess führen, eine Hilfe sein.

Eine Geschäftsinhaltsversicherung wiederum springt ein, wenn zum Beispiel am Inventar oder den Vorräten Schäden entstehen. Neben den Versicherungen des Betriebes ist es für einen Selbstständigen unabdingbar, sich privat ausreichend abzusichern. Hierbei sind unter anderem von Bedeutung:

  • eine ausreichende Altersvorsorge,
  • eine Berufsunfähigkeitsversicherung
  • sowie die passende Krankenversicherung.

Selbstständige Gastronomen unterliegen nicht der Rentenversicherungspflicht. Daher ist es umso wichtiger, privat vorzusorgen. Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung spielt für den Fall, dass der Gastronom seine Tätigkeit zum Beispiel aufgrund einer Krankheit oder eines Unfalls nicht mehr ausführen kann und daher ohne die Absicherung vor großen finanziellen Schwierigkeiten stünde, eine Rolle.

Zudem ist eine passende Krankenversicherung wichtig. Selbstständige können zwischen einer freiwilligen gesetzlichen und privaten Krankenversicherung wählen. Grade die private Krankenvollversicherung bietet bei einem genaueren Blick einige Pluspunkte. Unter anderem gehören eine gute Versorgung im Ernstfall sowie Tarife, die der Gastronom in einem optimal auf ihn zugeschnittenen Paket wählen kann, dazu.

Das richtige Personal

Des Weiteren ist es wichtig, dass der Gründer kompetentes Personal einstellt. Nur so kann ein Betrieb bei den Gästen beliebt werden, Fuß fassen und wachsen. Dies gilt zum einen für den Küchenbereich.

Hier ist es gerade für einen neuen Betrieb sinnvoll, erfahrenes Personal einzustellen, das bereits in verschiedenen anderen Lokalitäten sein Können unter Beweis gestellt hat. Wichtig ist eine hohe Stressresistenz. Zudem hat das Küchenpersonal im besten Falle Expertenwissen zu den Gerichten, die auf der Karte des Lokals stehen, und kann so zu einer hohen Qualität und möglichen Verbesserungen beitragen.

Das Personal, das für den direkten Kundenkontakt zuständig ist, sollte ebenfalls stressresistent sein und gleichzeitig die Fähigkeit besitzen, Druck und Anspannung vor den Gästen zu verbergen. Zudem spielen stetige Höflichkeit, ein gepflegtes Äußeres sowie ein kundenorientierter Umgang mit Problemen und Beschwerden eine Rolle.

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Fazit

Zu den Basics für einen Gründer in der Gastronomie gehören eine gute Idee sowie eine passende Location. Bürokratische Aspekte sowie ausreichende Absicherungen spielen ebenfalls eine Rolle. Darüber hinaus trägt kompetentes Personal zu einem funktionierenden Alltagsgeschäft sowie zu zufriedenen Gästen bei. Natürlich sind dies nur einige Faktoren, die Gründer kennen und beachten sollten. Dennoch bieten sie eine zentrale Basis für den potenziellen Erfolg eines Lokals.

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Bild 1: Adobe Stock, © Mitch Shark (#98490470)
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