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#317 Tischwäsche mieten oder kaufen?

Insbesondere bei einer Neueröffnung – aber auch immer wieder mal im laufenden Betrieb, z.B. bei einem notwendigem Nachkauf von Tischwäsche – kann und sollte man sich die Frage stellen, ob man diese (Tischdecken in verschiedenen Größen und Mundservietten) besser kauft oder mietet. Auch wenn es darum geht, Spitzen abzudecken wie größere Veranstaltungen, könnte mieten eine gute Alternative sein.

Eins vorab: Beide Varianten kosten eine Menge Geld. Wenn Sie sich grundsätzlich für Tischwäsche entscheiden, müssen Sie die Kosten hierfür unbedingt in Ihrer Speisenkalkulation berücksichtigen.

Kaufen . Vor- und Nachteile

Sollten Sie sich für das Kaufen von Tischwäsche entscheiden, haben Sie im Normalfall die größere Auswahl. Sie können frei entscheiden, welche Art von Tischwäsche Ihnen am besten gefällt. Hierbei haben Sie die Wahl zwischen Leinen, Halbleinen, Baumwolle, Polyester und anderen Materialien. Außerdem gibt es undendliche viele Muster (Streifen, florale Motive, Punkte, etc.), Größen, Formen (eckig, rund, oval) und Farben zur Auswahl. Es gibt auch die Möglichkeit, sich Tischwäsche nach Maß anfertigen zu lassen, falls Sie ungewöhnliche Tischgrößen bei sich haben. Wäsche-Vermietfirmen haben oft nur Standardfarben (weiß oder crème) und Größen im Angebot.

Eine einfache Polyester-Tischdecke bekommt man schon für rund 10,00 Euro. Eine Damast-Tischdecke dagegen kostet gerne mal 70,00 Euro. Mundservietten fangen bei rund 3,00 bis 5,00 Euro an. Gehen wir einmal von 18,00 Euro und 5,00 Euro für eine Beispielrechnung aus. Sie haben 30 Tische in Ihrem Restaurant und täglich zum Mittag- und Abendessen geöffnet. Mittags kommen durchschnittlich 50 Gäste und abends 70. Die Umlaufzeit (waschen-trocknen-mangeln) beträgt 3 Tage:

30 Tische x 2 (mittags und abends) = 60 Tischdecken pro Tag x 3 Tage Umlauf = 180 Tischdecken
50+70 Gäste = 120 Gäste pro Tag x 3 Tage Umlauf = 360 Servietten

Ihre Investition (unter Berücksichtigung einer Reserve von jeweils 20%) beträgt demnach:
180 + 20% = 216 x 18 Euro = 3.888,00
360 + 20% = 432 x 5 Euro = 2.160,00
also zusammen 6.048,00 Euro

Hinzukommt, dass Sie natürlich eine professionelle Waschmaschine brauchen, die mit den anfallenden Mengen “fertig wird”, Platz zum Aufhängen und Bügeln der Wäsche und ausreichend Lagerplatz. Sie haben natürlich auch die Möglichkeit, die Wäsche auch an eine Wäscherei abzugeben. Wenn Sie im Durchschnitt mit 1,50 Euro Kosten pro Teil kalkulieren (entweder für die Wäascherei oder das Selbstwaschen unter Berücksichtigung der Anschaffung der Geräte und der Arbeitszeit) ergibt sich: 60 Tischdecken + 120 Servietten am Tag = 270,00 Euro pro Tag oder 8.000,00 Euro im Monat.

Nach rund 80-100 Wäschen müssen Sie zudem mit Verschleißerscheinungen rechnen und Sie müssen vereinzelt nachkaufen. Diese Kosten müssen Sie zusätzlich berücksichtigen.

Für Veranstaltungen (die vielleicht in einem Extra-Raum stattfinden oder einfch zusätzlich durchgeführt werden) und für Caterings brauchen Sie selbstverständlich weitere Tischdecken und Mundservietten. Um diese Spitzen abzudecken, sollten Sie nochmals bis zu 10% mehr Stückzahlen berücksichtigen, wenn dies auf Sie zutrifft.

Hinweis: Bitte beachten Sie beim Kauf von farbiger Tischwäsche, dass Sie diese nicht bei 95 Grad waschen können und Flecken oft nicht raus gehen. Dies bedeutet einen höheren Nachkaufbedarf.

Mieten . Vor- und Nachteile

Es gibt eine Große Auswahl an Mietwäschediensten – von bundesweit agierenden Unternehmen bis hin zu lokalen Anbietern. Gerade in städtischen Gebieten werden Sie hier schnell fündig. Diese Firmen verfügen über meist eine Standardauswahl an weißer oder crèmefarbener Tischwäsche in den gebräuchlichsten Größen, sowie Mundservietten.

Man kann sehr flexibel auf Spitzen reagieren, indem man einfach für die betreffende Woche eine größere Menge bestellt. In ruhigeren Zeiten hingegen lässt man weniger anliefern und spart Geld und ggf. Lieferkosten. Es entfallen zudem die Erst-Investitionskosten und die Kosten für den veschleiß-bedingten Nachkauf, den diese werden von den Vermietfirmen übernommen.

Um bei dem Beispiel von zuvor zu bleiben: Auch hier gibt es Umlaufzeiten (in diesem Fall: Lieferzeiten), da die Firmen vermutlich nicht täglich anliefern. Sie verbrauchen täglich 60 Tischdecken und 120 Servietten. Der Durchschnitts-Mietpreis einer Serviette liegt bei 1,00 Euro und für eine Tischdecke der Standardgröße 130x130cm müssen Sie mit rund 5,00 Euro rechnen:

60 x 5,00 Euro = 300,00 Euro
120 x 1,00 Euro = 120,00 Euro
Zusammen täglich 420,00 / pro Monat also 12.600 Euro

Kostenvergleich

Nachfolgend finden Sie eine vereinfachte Darstellung der jählichen Kosten. Sicher gibt es weitere Dinge, die zu berücksichtigen sind und Abweichnungen je nach Betriebsart. Diese Rechnung soll Ihnen nur einen groben Anhaltspunkt geben. Bitte nachen Sie Ihre Berechnungen individuell nach Ihren Gegebenheiten. Alle Werte sind gerundet.

Kaufen

Investition 6.000,00
Nachkauf 4.000,00
Waschen, Pflegen 90.000
Jahreskosten insgesamt 100.000 Euro
Bei 120 Gästen täglich bedeutet dies rund 1,50 Euro Kosten je Gast.

Mieten
Investition 0,00
Nachkauf 0,00
Miete (inkl. Wäsche, etc.) 140.000 Euro
Jahreskosten insgesamt 140.000 Euro
Dies entspricht rund 3,00 Euro pro Gast

Im direkten Kostenvergleich ist die Selbstanschaffung preiswerter. Sie müssen entscheiden, ob es diese Mehrkosten Wert sind.

Tischwäsche schonen und sparen

Der beste Weg, um Kosten zu sparen ist der pflegliche Umgang mit der Tischwäsche. Bei Mundservietten sind die Möglichkeiten sehr begrenzt, bei Tischdecken hingegen gibt es viele. Hier einige dieser Ideen:

> Legen Sie eine Glasplatte auf die Tischdecke (siehe Foto). Dies sieht edel aus und spart eine Menge Kosten.
> Bei nur kleinen Verschmutzungen könnten Sie einen Decker (Napperon) auflegen. Dieser ist meist in der Anschaffung bzw. Miete preiswerter.
> Je nachdem, wie die Tischdecken gearbeitet sind (Umschlagkante) kann man durchaus eine Tischdecke auch einmal umdrehen.
> Sollten Sie für Kinder Malzeug bereithalten, verwenden Sie lieber Wachsstifte als Filzer. Diese gehen leichter beim Waschen wieder raus, sollte das Kind einmal die Tischdecke bemalt haben.
> Behandeln Sie Rotweinflecken vor. Geben Sie gleich nach dem Abdecken Salz darauf und lassen Sie die Flecken nicht erst über Nacht eintrocknen.